Schwierigkeiten mit Dieseltreibstoff
- Artikel vom 20.12.07 -

Paraguay - Wirtschaft

Zwischen 7% und 10% der in Paraguay fahrenden Diesel-Fahrzeuge haben einen Motor mit elektronischer Einspritzung. Die Motoren vertragen den in Paraguay verkauften Dieseltreibstoff nicht.

Nach einer Unterredung mit dem Minister für Industrie und Handel erklärte der Vorsitzende der Kammer für Kraftfahrzeuge und Maschinen (Cadam), Jorge Rieder, dass die Dieselmotoren mit elektronischer Einspritzung das  in Paraguay verkaufte Dieselöl nicht vertragen. Man habe Probleme mit den Kunden, weil die Motoren ausfallen. „Die kommen und reklamieren. Wir geben die Reklamation an die Fabriken weiter. Die Fabriken, nachdem sie feststellen, dass es sich um ein Qualitätsproblem des Dieseltreibstoffes handelt, weisen die Garantieforderung zurück, und der Kunde steht vollkommen ohne Unterstützung da.“

Als Ursache der Schwierigkeiten wird der relativ hohe Schwefelgehalt des Dieselöls angegeben. Nach den Worten Rieders sind die Kunden im Begriff, eine Vereinigung der Geschädigten zu gründen, um möglicherweise gerichtlich gegen die Importfirmen oder den paraguayischen Staat vorzugehen. Letzteres erklärt sich daraus, dass die staatseigene Raffinerie PETROPAR als einzige Organisation das Dieselöl importiert, welches dann mit subventionierten Preisen an den Verbraucher abgegeben wird.

Minister Ibarra vom Ministerium für Industrie und Handel betont, dass es bereits ein Dekret gebe, wonach ab Januar 2008 der Dieseltreibstoff höchsten 2000 ppm (Teile pro Million) Schwefel enthalten darf. Das werde man dann stufenweise reduzieren. Für die Kraftfahrzeuge mit elektronischer Einspritzung kündigte der Minister an, dass man zu einem noch nicht bestimmten Zeitpunkt einen Dieseltreibstoff mit höchstens 500 ppm Schwefel zu einem höheren Preis anbieten werde.

In der Staatsraffinerie PETROPAR ist zu hören, dass die augenblicklich geltende Regelung einen Schwefelgehalt bis zu 4000 ppm erlaubt. Bei der Ausgabe nehme man Qualitätskontrollen vor, heiβt es, so dass nicht die Raffinerie sondern die Verteilerfirmen für die Qualität des Produktes verantwortlich seien, das an den Endverbraucher abgegeben wird. Im Übrigen wird anerkannt, dass es ungefähr 50.000 Fahrzeuge im Land gibt, die einen qualitativ höheren Dieseltreibstoff benötigen, den, so heiβt es, ja die Firmen des Privatsektors importieren könnten.