Landwirtschaftsminister Alfredo Molinas hat während eines „Bauerntages“ in Ybicui einige Baumwollunternehmer als „Abschaum“ (escoria) bezeichnet, während er andere Unternehmer lobte, die im Land investieren und Arbeitsplätze schaffen.
In Gegenwart eines schwedischen Besuchers, des Unternehmers im Süβkrautbereich Carl Horn af Rantzien, lobte der Landwirtschaftsminister die Tätigkeit dessen Unternehmens „Granular S.A.“, das im Bereich des paraguayischen Süβkrautes Ka’a He’e Investitionen vornimmt. Andere Unternehmen wurden ebenfalls gelobt, weil sie den Bauern technische Hilfe und einen Mindest-Referenzpreis anbieten, wohingegen einige Baumwollunternehmer nach den Worten des Ministers direkt nach staatlichen Hilfen schielen. Einige Baumwollkämmereien wurden vom Minister ausgenommen, der ihnen gute Arbeit bescheinigte, jedoch die anderen hart kritisierte. „80% kaufen die als Ware zweiter Kategorie, aber nach dem Auskämmen verwandeln die fast alles in Ware erster Qualität“. Damit nennt der Minister ein Übel im Verhältnis zwischen Kleinbauern und den groβen Baumwollkämmereien. Diese sollen nach Angaben vieler Bauern ständig Preisabschläge erzwingen, indem sie die angelieferte Rohbaumwolle wegen eines mutmaβlichen Gehaltes an Feuchtigkeit und Fremdkörpern als zweitklassig kategorisieren. Der Minister betonte, dass dieses perverse System, das mehr als 40 Jahre lang die Bauern schröpfte, ausgemerzt werden müsse. Er werde wieder Vertrauen in die Baumwollunternehmer haben, betonte der Minister, sobald diese 80% der angelieferten Rohbaumwolle als erste Kategorie annehmen, sobald sie ihre Waagen eichen lassen und die den Bauern zustehenden Preise bezahlen.
Diese Kriegserklärung des Ministers fällt in die Zeit der Baumwollaussaat, wobei wegen vielfacher Enttäuschungen viele Bauern sich für andere Feldfrüchte entschieden haben. Nachdem in früheren Jahren bis zu 500.000 ha Baumwolle angebaut wurden, nehmen Fachleute an, dass die Anbaufläche in dieser Saison zwischen 60.000 und 90.000 ha liegen wird.