Streit um Soja-Anbau
- Artikel vom 02.12.07 -

Paraguay - Allgemein

Mit Beginn der Sommersaison, in der Soja, Baumwolle und andere Feldfrüchte angebaut werden, brach wieder der Streit zwischen den in unternehmerischer Weise arbeitenden Soja-Landwirten und den Kleinbauern aus, die protestieren, weil nach ihrer Ansicht beim Soja-Anbau giftige Dünge- und Unkrautvernichtungsmittel angewendet werden.
Aus dem Inland gibt es eine Vielzahl von Meldungen, wonach Kleinbauern den groβflächigen Soja-Anbau zu stören versuchen.

Es heiβt, dass die Kleinbauern ihre Schweine in die Soja-Flächen treiben, dass Arbeiter mit Steinwürfen und sogar mit Flintenschüssen gehindert werden, ihrer Arbeit beim Soja-Anbau nachzugehen.
Ein deutschstämmiger Brasilianer, Darcilo Ostwald, der seit 30 Jahren in Paraguay lebt und arbeitet, beklagt sich über mangelnde Hilfe durch die Behörden, die nach seinen Worten als erstes ein Schmiergeld verlangen, um überhaupt tätig zu werden. Bewohner einer Siedlung in der Nähe klagen dagegen über unausstehlichen Geruch, wenn der Brasilianer mit der Chemie arbeitet, es habe schon Symptome gesundheitlicher Schädigungen bei den Kindern gegeben, heiβt es.

In diesem Klima der Feindschaft zwischen Soja-Unternehmern und Kleinbauern ruft die Landwirtschaftliche Koordinierungsgruppe von Paraguay (CAP) dazu auf, „ideologische Vorurteile“ gegen die Soja beiseite zu lassen. Vorsitzender Héctor Cristaldo spricht von ideologischen Scheuklappen bezüglich der Soja, die man abbauen müsse. Er gibt allerdings zu, dass sich diese Konflikte in Wahlzeiten verschärfen, da bestimmte Personen aus den Streitigkeiten politischen Gewinn erhoffen. Es sei „unvernünftig“, betont Cristaldo, wenn Soja-Landwirte mit Schüssen eingeschüchtert werden.