Biodieselproduktion für den herkömmlichen Dieselzusatz
- Artikel vom 25.11.07 -

Paraguay - Allgemein

Drei Fabriken sind inzwischen vom Ministerium für Industrie und Handel autorisiert worden, einen Dieselzusatz aus tierischen oder pflanzlichen Fetten herzustellen.
Dieser Zusatz, hier als „Biodiesel“ bezeichnet, darf in diesem Jahr dem importierten normalen Dieseltreibstoff bis zu einer Höhe von 1% zugesetzt werden. Für 2008 sind 3%, für 2009 sind 5% Beimischung vorgesehen. Ob diese Prozentsätze in der Praxis erreicht werden, ist noch unsicher. In Benutzerkreisen gibt es spürbaren Widerstand, weil mit einer weiteren Verschlechterung der Qualität des Dieseltreibstoffes gerechnet wird.
Bisher sind, nach entsprechender technischer Prüfung, die Firmen Frigorífico Guaraní, Bioenergía und Enerco autorisiert worden, in ihren Anlagen den Zusatz herzustellen. Der Zusatz wird teilweise aus Schlachthaus-Rinderfett hergestellt, teilweise aus paraguayischen ölhaltigen Feldfrüchten, wie Sonnenblumen und Soja.

Eine weitere Fabrik, „Seboporá“, wurde jetzt in Limpio im Beisein vom Minister für Industrie und Handel eröffnet und als Lieferant für den Dieselzusatz zugelassen. „Seboporá“ benutzt ebenfalls Fette, die in den Schlacht- und Kühlhäusern verfügbar sind. Die Anlage liegt in der Stadt Limpio, im Viertel „El Peñón“. Die Investition für diese Fabrik wird mit 238.000 US$ angegeben. Beschäftigt werden 10 Angestellte. Das Unternehmen plant eine weitere ähnliche Fabrik in der Umgebung der ostparaguayischen Grenzstadt Pedro Juan Caballero. Dort sollen Rüben und Sonnenblumenkerne das Rohmaterial sein.
Im südparaguayischen Departement Itapúa wurde am 15. November eine weitere Biodieselfabrik ihrer Bestimmung übergeben. Sie wird von einer Genossenschaft betrieben, die Feldfrüchte der Genossenschaftsmitglieder verwerten wird.

Insgesamt hat es im Bereich „Biodiesel“ in Paraguay Investitionen von rund 5 Mio. US$ gegeben. Weitere Investitionen, die Eröffnung weiterer Fabriken, werden erwartet. Mit den neu eröffneten Fabriken könnten insgesamt 45 Mio. Liter Biodiesel pro Jahr erzeugt werden. Das wäre ausreichend, um die für 2009 angepeilte Beimischung in Höhe von 5% zu erreichen. Nach den Worten des Ministers Juan Ramón Ibarra vom Ministerium für Industrie und Handel werden mit diesem Volumen an die 26,5 Mio. US$ für Dieselimporte eingespart, indem dieser Betrag paraguayischen Bauern und Fabriken zugute kommt.