Funktionäre des Präsidialamts kritisieren den Staatspräsidenten
- Artikel vom 21.11.07 -

Paraguay - Politik

Der Staatspräsident und selbsternannte „Führer“ (tendotá) wird seit Jahren von Schmährufen „Nicanor ijapú“ (Nicanor Lügner) verfolgt, weil er angeblich vollmundig gegebene Versprechen nicht einhält. Jetzt sagen das auch die Funktionäre des Präsidialamtes. 

Am 13. November traten die Funktionäre des Präsidialamtes in den Streik. Sie wünschen eine Neueinstufung ihrer Planstellen, um etwas mehr Geld zu bekommen. Der Generalsekretär der Gewerkschaft der Funktionäre des Präsidialamts betont, dass Nicanor entsprechende Vorschläge, die schon dem Parlament zugeleitet waren, ohne seine Funktionäre zu fragen, einfach zurückgezogen habe. „Wir beantragen keine Gehaltserhöhung. Wir möchten, dass bestimmte Punkte unseres Arbeitsvertrages eingehalten werden“, betont der Generalsekretär.

Im Regierungspalast arbeiten ungefähr 280 Funktionäre, die im Durchschnitt 970.000 Guaraníes verdienen, was der Generalsekretär „angesichts der herrschenden Inflation“ als eine „erbärmliche Entlohnung“ ansieht.

Als einige der Funktionäre in den Hungerstreik traten, beantragte die Exekutive über einen Senator der Regierungspartei die entsprechende Gehaltserhöhung, die in den Haushalt des kommenden Jahres eingebaut werden soll.