Paraguayische Indios verpachten ihren vom Staat übertragenen Landbesitz
- Artikel vom 10.09.07 -

Paraguay - Allgemein

August Fogel, Präsident des paraguayischen Ureinwohnerinstituts INDI hat öffentlich beklagt, dass in einigen Fällen die Ländereien, die der paraguayische Staat den Indianern zur Verfügung stellte, von diesen an Landwirte verpachtet werden.

Fogel zeigte sich beunruhigt, weil Abgesandte und ganze Familien einiger Indianerstämme in Asunción seit Monaten auf einer öffentlichen Grünfläche kampieren, um vom Staat kostenloses Land zu erhalten, um Ackerbau zu treiben, andererseits aber vom Staat für diesen Zweck bereit gestellte Landstücke verpachtet werden.

Das INDI hat bekannt gegeben, dass die paraguayischen Indianerstämme einen eingeschriebenen Landbesitz von insgesamt mehr als 1 Mio. ha bekommen haben, wovon ungefähr 200.000 ha in der paraguayischen Ostregion liegen, der Rest in der Westregion oder Chaco. Im INDI ist zu hören, dass diese Indianer und besonders ihre leitenden Personen, die Häuptlinge oder Caciques, nicht in der Lage seien, groβe Flächen zu bewirtschaften. Als erstes werde meistens der Baumbestand abgeholzt, wobei oft obskure Geschäftemacher ihre Hände im Spiel hätten, und mit den nackten Flächen wüssten die Indianer nichts mehr anzufangen, wohl aber Landwirte, die groβflächig Soja oder Mais anbauen wollen, hieβ es.

Der Irrtum bei den Verpachtungen war anscheinend, dass die Pachtverträge vor paraguayischen Notaren erstellt und unterschrieben wurden. Einige Kopien dieser Verträge sind dem INDI zugespielt worden. Nach den Worten Fogels wird das INDI nunmehr prüfen, ob diese Kopien authentisch sind, um danach gegen die Beteiligten ein Strafverfahren einzuleiten. Denn: das Verpachten verletze Verfassungsbestimmungen, die besagen, dass Indianerterritorium weder verkauft noch verpachtet werden darf.