Der Leiter der Abteilung für Mordfälle innerhalb der paraguayischen Kriminalpolizei, Kommissar Néstor Sosa, wurde am 28. August festgenommen, weil er mutmaβlich 10 Mio. Guaraníes Bestechungsgeld entgegengenommen hatte.
Die Anzeige war von einer Person erstattet worden, die drei Wochen zuvor im Chaco des Treibstoffdiebstahls beschuldigt worden war. Nach Angaben dieser Person hatte Kommissar Sosa angerufen und angeboten, die Anzeige wegen Treibstoffdiebstahls zu annullieren, wobei der Kommissar allerdings ein Fahrzeug sowie 25 Mio. Guaraníes als Belohnung gefordert haben soll.
Bei der Übergabe der letzten Zahlung in Höhe von 10 Mio. Guaraníes war schon die Staatsanwaltschaft dabei, die die übergebenen Geldscheine zuvor fotokopiert und überdies die Telefongespräche abgehört hatte.
Nach der Geldübergabe mussten die Beamten der Staatsanwaltschaft mit polizeilicher Begleitmannschaft noch den Wagen des Kommissars Sosa verfolgen, der sich auf die Flucht begeben hatte. Er wurde im Stadtzentrum gestellt, während ein Begleiter zu Fuβ davonrannte. Dieser Begleiter wurde später als zufälliger Mitfahrer bezeichnet und nicht in die laufende Untersuchung eingeschlossen.
Der Kommissar erklärt, dass man ihm eine Falle gestellt habe, es handle sich um eine „Verschwörung“ gegen ihn.
In den Asuncioner Medien heiβt es, dass Kommissar Sosa auf irgendeine Weise in Ungnade gefallen sein müsse, da er bisher auf seinem wichtigen Posten als unangreifbar erschienen sei. Er habe, so wird behauptet, Einblick in die Einzelheiten des Mordes an einem mutmaβlich meineidigen Zeugen gehabt, der im Prozess um den Mord an Vizepräsident Argaña (1999) fälschlich verschiedene Personen beschuldigt hätte, später aber unter noch unklaren Umständen ermordet wurde.