Im Monat August pflegt es in Paraguay kaum zu regnen. Auch in Zeiten des Klimawandels scheint sich an dieser Regel nichts geändert zu haben. Nicht nur in der Viehzucht, auch im Ackerbau klagen die betroffenen Bauern bereits über hohe Schäden.
Ein Spezialist des Zentrums der landwirtschaftlichen Entwicklung in der Stadt San Estanislao im Departement San Pedro, Miguel Angel Ayala, rät den Bauern, das System der Direktaussaat in gröβerem Umfang als bisher zu benutzen, da der Feuchtigkeitsmangel bei dieser Art des Anbaus nicht die umfangreichen negativen Folgen habe, die man beim traditionellen System des Ackerbaus, mit Umpflügen, beobachten könne. Nach Angaben Ayalas benutzt der in unternehmerischem Rahmen durchgeführte Ackerbau bereits zu 95% das System der Direktaussaat. Dies bezieht sich besonders auf den groβflächigen Soja-Anbau, der heute oft mit dem System der Direkt-Aussaat von landwirtschaftlichen Groβunternehmern durchgeführt wird.
Besorgt wegen fehlender Niederschläge zeigen sich vor allem die Bauern des nördlichen Teiles der paraguayischen Ostregion, während im Süden des Landes die Niederschläge noch ausreichend erscheinen.
Beim Ackerbau nach dem System der Direktaussaat wird nicht mehr das ganze Feld umgepflügt, sondern es werden mit einfachen Maschinen Pflanzlöcher in regelmäβigen Abständen und Reihen in die Erde gestanzt. Meist ist es dieselbe Maschine, die im selben Durchgang einige Saatkörner in das Loch fallen lässt. Die alten Stängel der Vorjahrespflanzen werden auf dem Feld liegen gelassen. Sie dienen zum Schutz der neuen Pflänzchen gegen die Sonne. Auch halten sie Feuchtigkeit zurück, die nicht so schnell verdunsten kann, wie es auf einer ungedeckten Oberfläche der Fall wäre.
Und schlieβlich verwandelt sich dieses Stroh nach einiger Zeit in guten Dünger. Der Nachteil dieses Systems ist, dass man genverändertes Saatgut verwenden muss, damit die Nutzpflanzen nicht vom Unkrautvernichtungsmittel angegriffen werden, das man unweigerlich verwenden muss, um das hoch wuchernde Unkraut unter Kontrolle zu halten.