Die Opposition kündigte eine parlamentarische Anfrage an die Regierung an, weil Juan Ramón Ibarra, Präsident der staatseigenen Telefonorganisation COPACO mutmaβlich seine Befugnisse überschritt. Es geht bei dieser „Interpellation“ um Aufträge für eine deutsche Firma, die mit drei verschiedenen Namen erwähnt wird – „T-Systems Nova GmbH“, T-Systems International GmbH“ und „T-Systems Enterprise GmbH“.
Diese Firma erhielt verschiedene Aufträge der COPACO, um das System der Berechnung und der Rechnungausgabe der COPACO zu bedienen und zu warten. Dabei wird von den oppositionellen Parlamentariern kritisiert, dass wegen einer mutmaβlich vorhandenen Dringlichkeit das Verfahren der öffentlichen Ausschreibung umgangen wurde, um der deutschen Firma einen Direktzuschlag zu erteilen. Dann soll die deutsche Firma mit ihren Leistungen in Verzug gekommen sein, so dass die COPACO ihr mit einem einfachen Vertragszusatz eine um vier Monate verlängerte Lieferfrist zugestand. Dies ist nach Ansicht der Antragsteller eine illegale Handlungsweise der Führung der COPACO, da eine staatliche Organisation nicht einen wichtigen Punkt des Vertrages durch einen Zusatz ändern dürfe.
Der unausgesprochene Verdacht der Antragsteller ist nach Meinung verschiedener Beobachter, dass durch den Direktzuschlag überhöhte Preise ermöglicht wurden, und dass der Überschuss unter bestimmten Personen aufgeteilt wurde. Dieser Verdacht, der bei der grassierenden Korruption im Land irgendwann aufkommen musste, konnte bisher jedoch nicht bewiesen werden. Die genannte deutsche Firma wird in Paraguay durch einen Geschäftsmann argentinischen Ursprungs namens Isaac Bensignor vertreten.