Staatsanwalt Analdo Giuzzio ist ein bekannter Mann. Mit seiner stattlichen Mähne schwarzer Haare erscheint er heute fast täglich in den Medien. Der „Anti-Korruptions-Staatsanwalt“ wird er genannt. Ähnlich bekannt wie er waren bis vor einiger Zeit die Staatsanwälte Nissen und Petta. Der Fehler dieser Männer war, Anklage gegen mächtige Personen zu erheben, die sich im Bereich der politischen Führung des Landes bewegen.
Giuzzio hat sich erkühnt, einen ehemaligen Auβenminister anzuklagen, der mutmaβlich dabei erwischt wurde, wie er – als Rechtsanwalt – ein Schmiergeld vermittelte. Zuvor hatte Giuzzio einen Bekannten des Staatschefs unter Anklage gestellt, der mutmaβlich einige unklare Machenschaften während seiner Zeit als Leiter der staatlichen Fernmeldeorganisation beging. Dazu hatte schon der Staatschef öffentlich gesagt, dass Giuzzio die ihm gesetzten Grenzen überschritten habe.
Zuständig für Richter und Staatsanwälte ist ein spezielles Gericht, das nur bei Verfehlungen dieser Berufsgruppe tätig wird. Nach Meinung politischer Beobachter ist dieses Gericht nach politischen Gesichtspunkten zusammengestellt worden, und Mitglieder der regierenden Colorado-Partei seien dort in der Mehrheit, heiβt es. Entschieden wurde bereits, dass Anklage gegen Giuzzio erhoben werden soll. Einige Beobachter der Szene glauben, dass es ihm genau wie Nissen und Petta ergehen müsse, dass man ihm den Abschied geben werde.
Allerdings erhielt Giuzzio Rückendeckung durch einen mächtigen Mann, den US-Botschafter in Asunción, James Cason. Dieser erklärte öffentlich, dass die Antikorruptionsstaatsanwälte die volle Unterstützung der Vereinigten Staaten hätten.