Rindfleischlieferungen durch europäischen Protektionismus behindert
- Artikel vom 05.08.07 -

Paraguay - Wirtschaft, EU - Außenpolitik

Der Vorsitzende der paraguayischen Tiergesundheitsorganisation SENACSA, Dr. Hugo Corrales, betonte am „SENACSA-Abend“ der Messe EXPO 2007, dass Paraguay bezüglich der Anforderungen der Veterinärdienste bereits in der Lage wäre, Rindfleisch in die Europäische Union zu exportieren. Dies werde jedoch durch den Protektionismus bestimmter europäischer Länder blockiert. “Wenn es von der technischen Ausstattung und der sanitären Situation des Landes abhinge, so hätte Paraguay bereits ausreichend Pluspunkte eingesammelt, um seinem Rindfleisch den Zutritt zum europäischen Markt erneut zu öffnen. Dabei darf man aber nicht übersehen, dass das Rindfleischgeschäft heute ein handelspolitischer Faktor geworden ist. Dabei gibt es die protektionistische Haltung bestimmter Länder, die in Europa Produzenten und Exporteure sind… und auf die Entscheidungen Einfluss nehmen.

Dr. Corrales sieht dabei die geringen Möglichkeiten Paraguays in realistischer Weise, da Paraguay ein kleines Land mit wenigen Einwohnern sei, also nicht wie Brasilien oder Argentinien Druck ausüben könne. Man müsse jetzt hartnäckig die Leiter europäischer Veterinärdienste „bearbeiten“, ebenso wie einige Politiker der Europäischen Union, um deren Unterstützung bei der Öffnung des europäischen Marktes zu gewinnen.

Der Vortragende verglich die europäischen Anforderungen, die bezüglich der Rindfleischlieferungen an Uruguay, Argentinien und Brasilien gestellt wurden, mit den Anforderungen an Paraguay. Dabei seien die Forderungen an die Nachbarländer sehr viel härter formuliert, eben weil Paraguay seine Hausaufgaben gut gemacht habe. „Aber noch können wir kein Rindfleisch in jenen Markt liefern“, schloss Dr. Corrales mit einem leicht resignierten Unterton seinen Vortrag.