Als Dr. Nicanor Duarte Frutos in den neunziger Jahren des vorigen Jahrhunderts Erziehungsminister wurde, begann die Karriere seiner Schwester Silbia Duarte Frutos.
Pressenachrichten zufolge konnte Silbia bereits vor Jahren ihre bescheidene Wohnung in San Lorenzo verlassen, um in ein hübsches Reihenhaus in Fernando de la Mora zu ziehen, wo sie heute eine ständige Wache hat, die durch Beamte der Nationalpolizei gestellt wird. Neidische Personen, die sich nicht identifizieren mochten, sagen, dass Silbia schon in den neunziger Jahren drei Gehälter bezog. Ein Gehalt war für den Posten einer Bibliothekarin, zwei für Lehraufgaben in zwei verschiedenen Schulen. Aber Silbia soll nur sporadisch an ihren Arbeitsplätzen erschienen sein. Es gab dann einige Anzeigen neidischer Lehrer, die davon sprachen, dass Silbia eine “Planillera” sei. Ein “Planillero” ist ein staatlicher Funktionär, der aus politischen Rücksichten eine Planstelle bekommt, ohne effektiv diese Arbeit zu vollziehen. Er erscheint meistens nur am Monatsende, um die Gehaltsliste zu unterschreiben und dann sein Geld entgegenzunehmen. So etwas passiert hin und wieder in Paraguay. Nachdem der Fall dieser mutmaßlichen “Planillera” im Rundfunk veröffentlicht wurde, stellte man Silbia direkt im Erziehungsministerium ein. Heute soll sie, Mediennachrichten zufolge, als Spezialistin für einige Erziehungsprogramme arbeiten. Ihre monatlichen Bezüge werden mit mehr als 5 Mio. Guaraníes angegeben.
Im Erziehungsministerium arbeiten 5.683 Funktionäre, von denen 4.753 weniger als ein monatliches Mindestgehalt verdienen, das bei 1.090.000 Guaraníes liegt. Im Erziehungsministerium wird gesagt, dass die Schwester des Präsidenten aus gesundheitlichen Gründen zurzeit nicht an ihrem Arbeitsplatz erscheint. Nach unbestätigten Nachrichten soll Silbia im vergangenen Jahr einen BMW gekauft haben, den sie jedoch nur einige Monate benutzte. Heute fährt sie, diesen Nachrichten zufolge, einen Volkswagen “Gol”, dessen Nummernschild nach unbestätigten Informationen jedoch für einen Wagen der Marke Nissan registriert sein soll.
Silbia Duarte selbst weist diese Anwürfe als beleidigend zurück und betont, dass sie niemals einen BMW gefahren habe, nicht einmal geliehen, dass sie auch keinen “Gol” besitze, sondern einen kleinen Chevrolet. Ihre häufige Abwesenheit erklärt sie mit Dienstreisen, die sie bis nach Washington geführt hätten. Sie betont, dass sie nach 23 Dienstjahren in der Lage gewesen sei, von ihren Ersparnissen das Reihenhaus zu kaufen, aber das habe nicht einmal einen Innenhof oder eine gesicherte Garage.