Nach Angaben üblicherweise gut unterrichteter Kreise gibt es zurzeit noch keine Fortschritte bei den Verhandlungen eines neuen Stand-by-Abkommens mit dem Internationalen Währungsfonds (IWF).
Die Verhandlungen begannen bereits im vergangenen Jahr, aber auch der Besuch einer IWF-Mission in Asunción, die vor einigen Tagen abreiste, konnte keinen endgültigen Durchbruch erbringen. Die Haupthindernisse scheinen das für 2006 eingeplante Haushaltsdefizit sowie die offensichtliche Zurückhaltung der Regierung bei verschiedenen Maßnahmen bezüglich der staatseigenen Organisationen zu sein.
In diesem Zusammenhang wird erwähnt, dass verschiedene paraguayische Regierungen in den vergangenen Jahren die Privatisierung dieser Staatsbetriebe versprachen, in der Praxis jedoch keinen Schritt in diese Richtung unternahmen. Soweit bekannt wurde, drängt der IWF nunmehr auf baldige und vollständige Privatisierung dieser Organisationen. Selbst Staatspräsident Nicanor Duarte Frutos ließ vor einigen Tagen durchblicken, dass dies die Forderung des IWF und der Knackpunkt der Verhandlungen sei. Er selbst - Nicanor - sei jedoch gegen eine vollständige Privatisierung, man habe das Verfahren einer “Kapitalisierung” vorgeschlagen. Dieser Vorschlag wird jedoch kaum vor Ende Mai dem Vorstand des IWF vorgelegt werden können, so dass der Zeitpunkt des Abschlusses eines neuen Abkommens noch vollkommen ungewiss ist.
Bei der “Kapitalisierung” handelt es sich um die Zulassung privaten Kapitals bis zu einer Höhe von maximal 49%. Man möchte also gern den Geldzufluss durch die privaten Anleger vereinnahmen, bezüglich der Geschäftsführung jedoch die Zügel in der Hand behalten. Da in Paraguay einschlägige Erfahrungen fehlen, ist es ungewiss, ob bei dieser Art Beteiligung das Interesse privater Anleger geweckt werden könnte.