Irrtum bei Entführungsversuch
- Artikel vom 25.03.07 -

Paraguay - Allgemein

Ein 14-jähriger Junge wurde am 14. März von unbekannten Tätern entführt, die erst nach einiger Zeit bemerkten, dass sie die falsche Person aufgegriffen hatten. Den für sie uninteressanten Jungen ließen die Kidnapper in der Umgebung von Coronel Oviedo laufen.

Die Entführung hatte sich in Ciudad del Este zugetragen. Der Junge lief dann bis zu einem Posten der Fernstraßenpolizei, von wo aus er zur Staatsanwaltschaft weitergeleitet wurde. Nach der Erzählung des Jungen wurde er von zwei Unbekannten unter Androhung von Waffengewalt in einen Luxuswagen der Marke Toyota gezerrt. Später habe man ihn in einen Mercedes “umgeladen”. Darin habe man ihn an einer Flüssigkeit riechen lassen, die bei ihm Müdigkeit auslöste. Danach habe man ihn in den Kofferraum gepackt. Er sei jedoch aufgewacht und habe den Gesprächen der Kidnapper entnommen, dass in Wirklichkeit der Sohn eines Ingenieurs des zweistaatlichen Wasserkraftwerkes Itaipú geschnappt werden sollte.

Noch am Nachmittag des 14. März konnten die eilig angereisten Eltern ihren Sohn in Empfang nehmen. Die Mutter erzählte, sie habe gegen 17.00 Uhr einen Anruf erhalten, mit dem von ihr 1 Mio. US$ Lösegeld gefordert wurde. Im Verlauf dieses Gespräches hätten die Kidnapper gemerkt, dass sie den falschen Jungen entführt hatten.

Innerhalb der Polizei nehmen einige Spezialisten an, dass es sich um eine vorgebliche Entführung handle, der Junge habe alles nur vorgetäuscht, nachdem er eine harte Auseinandersetzung wegen schlechter Noten mit seinem Vater hatte.