Paraguayische Parlamentarier haben bei den Botschaften der Mercosur-Länder den “Verfassungsbruch” in Paraguay angezeigt. Sie fordern die Anwendung von Artikel 1 des Protokolls von Ushuaia des Jahres 1998, das nur demokratisch verwaltete Länder als Mitglieder des Mercosur zulässt.
Nach Besprechungen mit den Botschaftern von Argentinien, Uruguay, Brasilien und Chile hat Senator Miguel Abdón Saguier in Vertretung der Parlamentarier der paraguayischen Oppositionsparteien Folgendes erklärt: “Wir sind der Meinung, dass die demokratischen Institutionen nicht in Funktion sind, denn die Mehrheit des Obersten Gerichtshofes hat sich gehorsam dem Wunsch der Exekutive unterworfen und klare Vorgaben von Gesetz und Verfassung verletzt.”
Die mutmaßliche Verfassungsverletzung bezieht sich auf die Bestimmung, dass der Staatspräsident sich ausschließlich seinem hohen Amt zu widmen hat. Er darf keine anderen Ämter annehmen. Der paraguayische Staatspräsident Duarte Frutos hat jedoch am 14. März den Vorsitz der regierenden Colorado-Partei ausgeübt, allerdings nur für drei Stunden, bevor er dieses Amt an einen seiner Vertrauten delegierte.