Gesundheitsminister Dr. Oscar Martínez Doldán hat bestätigt, dass man einen Hilferuf an die Panamerikanische Gesundheitsorganisation richten wird, um wegen der mit nationalen Mitteln nicht mehr einzudämmenden Dengue-Epidemie argentinische und US-Spezialisten zur Hilfeleistung heranzuziehen.
Nachdem bisher die übliche Variante des Dengue-Fiebers bekannt war, trat in Paraguay auch in einigen Fällen das Dengue-Fieber auf, das mit Blutstürzen einhergeht – der so genannte „hämorrhagische Dengue“. Doch auch letztere Variante ist den Ärzten in Paraguay bekannt. Sie können ja sowieso wenig genug dagegen ausrichten, da eine Behandlung der Krankheit nicht bekannt ist, man also nur an den Symptomen herumkurieren kann – Fiebermittel, Schmerzmittel und viel Wasser trinken und Bettruhe.
Das übliche Dengue-Fieber wird von gesunden Personen meist gut überstanden. Nur Personen, die schon an anderen gesundheitlichen Schwächen leiden, werden auch von diesem Fieber in einigen Fällen dahingerafft. Anders ist die Lage beim „hämorrhagischen Dengue“. Es treten innere Blutungen, aber auch Zahnfleisch- und Nasenbluten auf und in einigen Fällen können die Ärzte nicht helfen. In Paraguay hat es im Verlauf der bisherigen Epidemie schon drei oder vier Todesopfer gegeben, die dem „hämorrhagischen Dengue“ erlagen.
Doch dann trat eine Variante auf, der mutmaßlich ein anderer Serotyp zu Grunde liegt, der bisher unter den Wissenschaftlern – jedenfalls in Paraguay – noch unbekannt ist. Es handelt sich um eine Variante, bei der die inneren Organe (lat. Viscera) durch den Virus angegriffen werden. Folglich spricht man in Paraguay vom „viszeralen Dengue“. Und allein in den letzten zwei Februarwochen starben 5 Patienten, bei denen man diese unbekannte Variante diagnostizierte. Im Gesundheitsministerium schlug man Alarm, denn niemand kennt sich mit dieser neuen Variante aus. Der Gesundheitsminister sagt: „Über dieses neue Auftreten des Dengue gibt es kaum Literatur, praktisch existiert diese gar nicht. Wir kennen nicht die geeignete Behandlung dieser Fälle, die mit letaler Virulenz auftreten.“
Bei den Todesfällen des „viszeralen Dengues“ handelte es sich um Patienten, die erstmalig dieses Fieber bekamen, die nicht die Symptome des „hämorrhagischen Dengue“ aufwiesen. Es gab als sonderbar angesehene Komplikationen, wie die Entzündung des Herzmuskels, des Gehirns, der Lunge und der Leber.
Als ersten Schritt hat Gesundheitsminister Martínez Doldán angeordnet, Gewebeschnitte der am „viszeralen Dengue“ gestorbenen Personen an die Panamerikanische Gesundheitsorganisation in Washington und an ein Labor in Buenos Aires zu schicken. Untersuchungsergebnisse dieser Gewebeschnitte werden Mitte März erwartet. „Wir werden Experten erster Kategorie aus den USA und Argentinien einladen, damit sie Paraguay helfen. Die Koordinierung der internationalen Hilfe wird von der Panamerikanischen Gesundheitsorganisation vorgenommen“, sagt der Gesundheitsminister.