Hohe Schäden bei Wirbelsturm über Asunción
- Artikel vom 08.12.06 -

Paraguay - Allgemein

ASUNCION (AR) In den Nachrichten hatte man Schauer für Asunción angesagt, dass es aber so schlimm kommen würde, hatte niemand vorausgesehen. Am Spätnachmittag des 7. Dezember ging es los. Zwei Stunden tobte der Wirbelsturm in Asunción.

In der staatlichen Wetterstation heißt es, man habe die Bevölkerung nicht gewarnt, denn es sei ja keine Schlechtwetterfront gewesen, sondern nur eine Wolkenformation mit Turbulenzen, die sich in höheren Lagen gebildet hatte. Man könne nicht wissen, wo derartige Wolken ihr Wasser abgeben, das sei manchmal örtlich sehr begrenzt, und man sei eben in einer Jahreszeit derartiger Stürme.

Insgesamt fielen in den zwei Stunden 99 mm Regen, die Winde erreichten Geschwindigkeiten von 90 km/Stunde. Alte Bäume stürzten um, in den Asphaltstraßen der Stadt bildeten sich Krater, Mauern stürzten um. Ebenso stürzten Masten der Strom- und der Telefonleitungen. An tieferen Stellen der Stadt sah man nur noch die Dächer der Autos aus dem Wasser ragen. Einige Autos gerieten in tiefe Schlaglöcher, in denen sie rettungslos stecken blieben. Viele Autos wurden in voller Fahrt von den Wassermassen erfasst und fortgeschwemmt. Wenn die Insassen Glück hatten, endete diese „Seefahrt“ irgendwo an einem Baum oder an einer trockeneren Stelle.

In der Nähe der Ausgabestelle der Personaldokumente (Identificaciones) an der Avenida Boggiani stürzte ein Baum auf ein vorbei fahrendes Auto. Während der Fahrer und Eigentümer mit leichteren Verletzungen davonkam, war sein Begleiter und Leibwächter sofort tot. Die Dächer mehrerer Häuser flogen davon, Grenzmauern stürzten um, und in einem Stadtviertel nach dem anderen fiel der Strom aus.

Die staatliche Stromversorgung ANDE schätzt, dass 50% ihrer Anlagen im Bereich von Groß-Asunción beschädigt wurden. Hauptsächlich waren es stürzende Bäume, die auf die Leitungen fielen. Überall im Stadtgebiet gab es lose herumhängende und liegende Stromkabel. Unfälle mit diesen Kabeln wurden jedoch nicht gemeldet. Die Bevölkerung weiß, dass diese Kabel manchmal noch Strom führen, dass man also besser einen großen Bogen darum macht. Die Reparaturtrupps der ANDE arbeiteten das ganze Wochenende, um die Stromversorgung vieler Stadtviertel wieder in Gang zu bringen.

Im Gegensatz zur ANDE wurde aus der staatlichen Wasserversorgung ESSAP gemeldet, dass der Sturm nur geringen Schaden bei den Installationen anrichtete. Nur ein Wohnviertel verblieb ohne Trinkwasserversorgung, da die Pumpen wegen fehlender elektrischer Energie ausfielen. Allerdings gab es die üblichen Probleme bei den Abwasserleitungen, die an vielen Stellen durch herumschwimmenden Müll verstopft wurden. Das passiere aber bei jedem größeren Regen, hieß es.