Neuer Minister nach Minen-Protest in Bolivien
- Artikel vom 22.10.06 -

Lateinamerika, Bolivien

SUCRE (nwlpress) - Nach den Ausschreitungen in der Bergbauregion Oruro steht die bolivianische Regierung in der Kritik. Präsident Morales ernannte einen neuen Minister für das Ressort.

Nach den gewaltsamen Protesten unter rivalisierenden Bergleuten in Bolivien mit 16 Toten und 81 Verletzten hat Staatschef Evo Morales einen neuen Bergwerksminister ernannt. Nachfolger von Walter Villaroel wird Jose Dalence. Die Regierung wird im Zusammenhang mit den Ausschreitungen heftig kritisiert. Laut Medienberichten soll sie davon gewusst haben, dass die Proteste unmittelbar bevorstanden.

Angriffe mit Dynamit
Zu den Krawallen war es Anfang Oktober gekommen, nachdem Gespräche zwischen Mitgliedern der Bergbau-Genossenschaften, der staatlichen Minengesellschaft und der Regierung gescheitert waren. Die Genossenschaftler hatten gegen den Widerstand der Minengesellschaft Zugang zu ergiebigeren Stollen der Zinnmine gefordert. Arbeiter in der Posokoni-Mine griffen sich gegenseitig mit Dynamit und Schusswaffen an.

Für Empörung sorgte später Kabinettsmitglied Alicia Munoz, die eine Einigung im Bergbauzentrum Huanuni 280 Kilometer südöstlich der Hauptstadt La Paz als Verdienst der Regierung bezeichnete. Lokale Arbeiterführer betonten jedoch, dass der katholische Bischof Cristobal Bialasik erfolgreich vermittelt habe.