[AR] ASUNCION - Im September 2005 übergab die Asuncioner Stadtverwaltung der Firma “Sermat” für 20 Jahre die Konzession, den Krankenhausmüll abzuholen und zu entsorgen. Heute funktioniert diese Dienstleistung nicht mehr, weil die Verbrennung in Spezialöfen in der Nachbarstadt Itauguá von der Bevölkerung blockiert wird.
In Asunción sind es ungefähr 150 private und 50 staatliche Krankenhäuser, deren Müll seit Ende Mai nicht mehr abgeholt wird. Dieser gefährliche Müll, bestehend aus amputierten Körperteilen, gebrauchten Spritzen, Verbänden, Watte und anderen, liegt jetzt gesammelt in den Kellern der Krankenhäuser herum. Die Vereinigung privater Krankenhäuser forderte bereits am 19. Juni den Asuncioner Bürgermeister per Telegramm auf, für Abhilfe zu sorgen.
Die Konzessionsfirma verfügt über zwei Verbrennungsöfen auf einem Grundstück neben dem Nationalkrankenhaus in Itauguá. Neue Anlagen kamen im März an. Der Firmeninhaber erzählt: “Im März erhielten wir zwei Verbrennungsöfen und Gas-Reinigungsanlagen. Aber als wir die einbauen wollten, protestierte die Bevölkerung. Unseren Lkw wurde der Zufahrtsweg versperrt. Jetzt erlauben die auch nicht mehr, die alten Öfen zu benutzen. Deshalb holen wir den Müll nicht mehr ab. Wenn wir den abholen, wo sollten wir ihn dann hintun?”
Bei einem Hearing mit protestierenden Bürgern in Itauguá gab die damalige Gesundheitsministerin Teresa León zu, dass die bei Verbrennung (in den alten Öfen) entstehenden Gase giftig und krebserregend sind. Daraufhin dekretierte ein Richter der Stadt das Verbot, diese Anlage weiterhin zu benutzen. Für die Inbetriebnahme der neuen Öfen benötigt die Firma noch Genehmigungen verschiedener amtlicher Stellen. Und dann müsste noch der Widerstand der misstrauischen Bevölkerung überwunden werden.
Beim Zentralkrankenhaus des Sozialvorsorgeinstituts IPS in Asunción wurden inzwischen Gräben ausgehoben, um den Müll hineinzuwerfen, mit Kalk zu bedecken und das Ganze dann zuzuschütten. Eine bessere Lösung gebe es zurzeit nicht, heißt es im IPS.
Im Stadtrat von Asunción sind erste Stimmen zu hören, der Firma die Konzession zu entziehen, da sie offensichtlich nicht in der Lage sei, die übernommenen Verpflichtungen zu erfüllen.