Stadtverwaltung von Asuncion reißt illegal gebaute Häuser ab, zwölf Familien stehen vor dem nichts.
- Artikel vom 11.05.06 -

Paraguay - Allgemein

Mit Hilfe von 38 Polizeibeamten gelang es der Stadtverwaltung am 7. April, eine Straße zu räumen, die seit vielen Jahren von solide gebauten Häusern, ohne Genehmigung, bebaut war.
Seit Jahren wurden Versuche unternommen, den Besetzern den Abzug nahe zu legen, jedoch ohne Erfolg. Die Stadtverwaltung von Asuncion bot den Besetzern sogar Ersatzgrundstücke an, diese würden jedoch von den Besetzten als minderwertig und unzureichend zurückgewiesen.

Als schließlich alle Möglichkeiten bei der gerichtlichen Abwicklung der Angelegenheit erschöpft waren, schritt die Stadtverwaltung zur gewaltsamen Räumung. Insgesamt sind bei dieser Aktion 12 Häuser abgerissen worden. 12 Familien mussten mit ihrem Hausrat eine neue Heimstatt suchen. Ungefähr 50 städtische Arbeiter, geschützt von 40 Polizisten, gingen mit Hammer und Meißel gegen die solide gebauten Häuser vor. Aus jedem Haus strömten die Einwohner, manchmal weinend, manche auch in ihrer Not mit einem Revolver in der Hand. So beobachtet bei einer Hausfrau, die nur durch das beherzte eingreifen ihre Tochter, daran gehindert werden konnte aus reiner Verzweiflung ein Blutbad anzurichten.

Nach unbestätigten Meldungen waren es örtliche Politiker, die schon vor 20 Jahren die Leute ermutigten, auf der Straße zu bauen und die jetzt wiederum dazu anstiften wollten, die städtischen Räumungsanordnungen nicht zu beachten.