Paraguayische Berufsvereinigung der Notare unterstützt landlose Bauern bei Grundbucheintragungen
- Artikel vom 11.04.06 -

Paraguay - Politik

[AR] Die paraguayische Berufsvereinigung der Notare hat beschlossen, künftig auf Honorarforderungen bei Grundbucheintragungen von Grundstücken zu verzichten, die vom paraguayischen Staat an landlose Bauern übergeben werden. 
Ein Sprecher der Berufsvereinigung bestätigte, dass die entsprechende Gesetzesvorlage bis spätestens Ende Mai an die Regierung gegeben werden soll, damit sie diese im Parlament einreichen könne. Man erfülle damit eine Verpflichtung sozialer Art, die mit der Arbeit als Notar einhergehe, betonte die stellvertretende Vorsitzende der Vereinigung. Diese Initiative der Notare ist eine Reaktion auf die Zielsetzung der paraguayischen Regierung, die angekündigt hat, dass in großen Umfang Landbesitz der Kleinbauern eingetragen und damit „regularisiert“ werden soll. Bisher gibt es viele bäuerliche Landbesitzer, deren Land nicht auf ihren Namen eingetragen ist, so dass sie nicht in der Lage sind, bei den staatlichen Entwicklungsbanken Kredite aufzunehmen, um ihre Arbeit zu finanzieren. Die Eintragung erfolgt meistens nicht wegen der relativ hohen Kostern, was jetzt durch den Honorarverzicht der Notare gemildert werden soll. Die stellvertretende Vorsitzende wies daraufhin, dass nur auf das Honorar verzichtet werden soll, die übrigen Kosten der Einschreibung gingen zu Lasten des begünstigten Bauern.